Vor einigen Jahren bin ich aus Berlin ins Umland gezogen. Ein wesentlicher Grund war das “Stadtgeräusch”. Ihr wisst schon was ich meine, dieses Brummen, Hupen, Gläserklirren, Rumgestöhne.
Die ersten Nächte waren toll. Es war wie im Urlaub in Südfrankreich, ausserhalb der Saison. Man konnte die Sterne sehen, in der Ferne ab und zu ein Auto hören, den dumpfen Aufprall eines Motorradjunkies auf der B1 an der Todeseiche. Nichts Besonderes, aber eben auch nicht laut oder störend.
Seit ein paar Nächten hat sich aber die Natur verschworen. Anscheinend gibt es so etwas wie Vogelmutanten. Ich meine nicht die Vögelmutanten. Ihr wisst schon, die, die besoffen im Vorgarten Nummern abziehen, die selbst zu Hause im Dunkeln und ohne Kamera peinlich sind. Fast so wie bei Twitter.
Jeden Morgen ab spätestens 05:37 Uhr werde ich von propagandistischen Vogelgesängen geweckt. Da ich die Sprache nicht beherrsche (keine Französischwitze bitte), gehe ich von Überzeugungstätern aus. Oder habt Ihr eine Erklärung, warum die Vogelviecher immer so laut und so laaaange zwitschern. Analogien zu Twitter sind an dieser Stelle ausdrücklich erwünscht und willkommen.
Wie auch immer, ich werde also regelmäßig von den Viechern um den Schlaf gebracht. In diesem Zusammenhang an die Experten unter Euch: “Fallen Vierlingsflaks unter das Waffengesetz?”. Ich mein ja nur, weil doch Bäume fällen verboten ist und die Nachbarn bei halbangeschossenen Vögeln immer so komisch reagieren. Da liebe ich die Italiener, die hauen die Wachtel einfach in den Kochtopf und bedanken sich.
Also suche ich nach weiteren Lösungsstrategien. Die Langweiler unter Euch könnten auf so einfache Dinge kommen wie z.b. Fenster schließen. Aber mal ehrlich, die Nummer kann doch jeder und nachgeben wegen so ein paar gefiederten Strolchen ist auch keine Lösung.
Nach einer Woche hatte ich die Lösung und die geht so:
- Kaufe ein paar Hektoliter Bier oder schließe einen Sponsorvertrag mit einem Bierhersteller
- Organisiere eine öffentliche Facebookparty, gern auch mit “Ups da habe ich was falssch gemacht, liebes RTL wollt Ihr das nicht senden?”. Wähle als Zielgruppe bierfreudige, trinkfeste Testosteronträger.
- Lass es laufen…
Wenn die Party vorbei ist, ist das Biotop der Schreihälse platt. Was nicht niedergetrampelt wurde, ist so uringetränkt, dass da nichts mehr wächst.
Damit ist das Vögeleiproblem erledigt. Falls jemand auf diese Weise seine Nachbarschaft entvölkern will, ja das geht, die Hunnen haben das auch nicht anders gemacht.